Interview mit Maya Vlachos

Maya Vlachos • 22. Februar 2026

Verbindung statt Methoden


1. Maya, du unterrichtest als zertifizierte Iyengar Yoga Lehrerin seit vielen Jahren erfolgreich Yoga. Was hat dich dazu bewegt, zusätzlich Health & Nutrition zu studieren?


Ich habe gemerkt, dass Yoga allein nicht alle Fragen beantwortet.


Ich hatte selbst lange Themen mit dem Gewicht und habe erlebt, dass „Diät“ nicht gleich Gesundheit ist. Ich nahm ab, fühlte mich aber schlechter. Dies führte mich zu meiner eigentlichen Frage: Was ist wirklich gesund und woher weiss ich das? So kam ich zum Wellness Forum Health. Dort absolvierte ich folgende Ausbildungen:


  • Health Educator

  • Diet & Lifestyle

  • Nutrition Educator


Diese Programme sind keine Wochenendseminare. Sie sind wissenschaftlich fundierte Studiengänge mit folgenden Schwerpunkten:


  • Biochemie

  • Mikrobiologie

  • Pathophysiologie westlicher Zivilisationskrankheiten

  • Statistik & Studienbewertung

  • Zusammenhang von Ernährung, Bewegung, Psyche und chronischer Erkrankung


Wir mussten Studien lesen, vergleichen, Bias erkennen und lernen, was Evidenz wirklich bedeutet. Das war mir wichtig. Ich wollte kein Meinungswissen, sondern belastbare Grundlagen.


2. Was unterscheidet den Nutrition Educator von klassischer Ernährungsberatung?


Der Nutrition Educator geht weit über „Was soll ich essen?“ hinaus. Er beleuchtet systematisch:


  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Diabetes Typ II

  • Autoimmunerkrankungen

  • Krebs

  • metabolisches Syndrom

  • neurodegenerative Prozesse


Weiter analysiert er, wie Lifestyle-Faktoren wie z.B. Ernährung, Bewegung, Stressregulation, psychosoziale Faktoren und emotionale Muster darauf einwirken:


Es geht nicht um Heilen. Es geht um Beeinflussbarkeit von Ursachen.


3. Was ist deine wichtigste Botschaft bzgl. Ernährung?


Gesunde Ernährung ist:


  • erschwinglich

  • einfach

  • alltagstauglich

  • kein Perfektionismusprojekt


Und vor allem: man muss lernen, Information kritisch zu prüfen.


4. Wie möchtest du dieses Wissen weitergeben?


Ich möchte einen Online-Raum für evidenzbasierten Wissen schaffen. Nutzer finden dort:


  • fundierte Artikel für eine gesunde Ernährung und Lebensstil

  • einfache Rezepte

  • Online - Q&R mit mir

  • thematische Online-Workshops


Ich nenne es HealthFacts. Mein Ziel ist es, dass Menschen wissenschaftlich fundierte Entscheidungen für ihre Gesundheit treffen können, ohne unnötigen Konsumdruck. Ich verkaufe keine Supplements oder instant Longevity Lösungen.



5. Und wie kam die Faszienarbeit dazu?


Während des Nutrition Educator Studiums hörte ich erstmals von der MELT Method nach Sue Hitzmann. Sue arbeitet neurofaszial. Das heißt: Es geht nicht nur um Muskelspannung, sondern um die Wechselwirkung von:


  • Faszienmatrix

  • interstitieller Flüssigkeit

  • sensorischer Rückmeldung

  • autonomem Nervensystem


Ich absolvierte alle MELT-Level. Ein Wunsch von mir ist es, diese Methode im Deutsch sprachigen Raum bekannter zu machen.


Über Sue kam ich zu Jill Miller (Tune Up Fitness® / Roll Model / Body by Breath). Dort lernte ich gezielte myofasziale Selbstbehandlung, Atemmechanik und präzise Gelenkzentrierung. Und anatomische Vertiefung in der Yoga Praxis.

Parallel vertiefte ich Anatomie bei:


  • Tom Myers (Anatomy Trains / Yoganatomy) – fasziale Linien, myofasziale Kontinuität

  • Gil Hedley – differenzierte anatomische Präparation und Gewebeschichten


Das veränderte meinen Blick komplett. Der Körper ist kein Baukastensystem aus Muskeln, wie es im klassischen Anatomie Buch steht. Er ist ein kontinuierliches Spannungsnetzwerk mit neurologischer Steuerung.


6. Was hat sich dadurch in deinem Unterricht verändert?


Ich unterrichte keine einzelnen „Übungen“, sondern ich versuche in einer Abfolge die Gesamtregulation des Körpers in Einklang zu bringen. Ein einfaches Beispiel:


Ein Junge konnte auf einem Bein kaum stabil stehen. Nach einem kurzen MELT-Fuss-Protokoll stand er deutlich stabiler, ohne Krafttraining. Warum?

Weil wir die sensorische Rückmeldung verbessert haben.

Das autonome Nervensystem konnte präziser regulieren. Das ist für mich der Kern: Du setzt bewusst einen Reiz, damit dein unbewusstes System besser arbeiten kann.


Yoga wird dadurch nicht ersetzt sondern potenziert.


7. Wo kommt HeartMath ins Spiel?


Ich merkte irgendwann: Du kannst dich perfekt ernähren und perfekt bewegen, aber wenn dein Nervensystem chronisch im Stressmodus ist, bleibt der Körper dysreguliert. Über Wellness Forum Health kam ich zu HeartMath. HeartMath arbeitet mit:


  • Herzratenvariabilität

  • Kohärenztraining

  • gezielter Atemführung

  • emotionaler Selbstregulation


Das verbindet Meditation, Physiologie und Neurowissenschaft.



8. Was berührt dich in deiner Arbeit am meisten?


Wenn Menschen sagen: „Ich bin freundlicher zu mir geworden.“


Das ist für mich die tiefste Veränderung. Diese Veränderung kommt von innen. Und manchmal braucht sie Zeit.

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